Nach den Strapazen der letzten drei Tage benötigen wir dringend Zeit, unsere Körper und unseren Geist zu restaurieren. Lange Schlafen, Duschen, Rasieren, etwas Faulenzen, hierfür ist Terschelling ein geeigneter Ort.
Der Hafen ist klasse. Ein Preis für alles. 20 Euro für das Schiff. Strom und Duschen selbstverständlich inklusive. „Was kostet die Waschmaschine?“ „Wieso, Sie haben doch schon bezahlt. Ist inklusive.“

Natürlich ist auch der Trockner inklusive. Eine sehr nette Hafenmeisterin weist uns in die Hafen Gewohnheiten ein.
Hinter dem Ganzen muss ein Konzept stehen. In den Duschen sind die stillgelegten Einwurfschlitze für die Duschmarken noch sichtbar. Ein sehr angenehmer Kontrast zu den Automatenhafenmeistern in Dänemark, wo jede Kilowattstunde verbrauchter Strom und jede Duschnutzung von einer zuvor aufgeladenen Chipkarte abgebucht werden.
Hier bekommt die Hafenanlage etwas soziales. Sie wird zum Gemeinwesen, das sich alle irgendwie teilen. Vielleicht wurden die Kosten für die zuvor benutzten Systeme wie Kartenleser, Energieverbrauchsleser, Kassensysteme, Softwaresysteme zur Abrechnung, zur Zahlung per Kreditkarte sowie die Kosten für die Zerstörung oder ggf. unverantwortete Beschädigung fremd gewordener Gegenstände zu hoch. Einfach geht doch auch und erhöht die soziale Bindung untereinander.
Das ausgiebige Duschen genießen wir nach den anstrengenden Tagen.


Nutzen wir diese Infrastruktur aus, wenn wir gleich die Gardinen des Schiffes mitwaschen? Jedenfalls sind wir begeistert von diesem Hafen.

Nach einer Woche Schiffsreise ist eine Grundreinigung des Schiffes erforderlich.

Wie haben heute noch einen traurigen Termin vor uns: eine Beerdigung. Unser willkommener Fahrgast, der verzupfte Vogel hat leider die Fahrt mit uns Riesen nicht überstanden. Der Vogel hatte sich unter der Fußmatte am Niedergang versteckt. Wir haben ihn beim nächtlichen Runterlaufen während der komplizierten Einfahrt dort nicht wahrgenommen. Es ist sehr traurig, ich weiß aber auch nicht, wie wir diesen Vorfall hätten vermeiden können.

Folgende Dinge am Schiff wurden in Mitleidenschaft gezogen, sind ausgefallen und müssen ggf. ersetzt werden:
– der alte Plotter als Parallelbetrieb zum modernen tablet hat seinen Betrieb eingestellt
– das ältere tablet arbeit nicht mehr zuverlässig. Zeitweise lässt es sich nicht mehr laden. Das tablet war auch als Fallback für elektronische Seekartennavigation vorgesehem
– eine Klampe für das Fixieren der eingerollten Rollfock hat uns in einer kritischen Situation im Stich gelassen. Die mühsam eingerollte Rollfock rollte sich wieder aus, da die Schot durch die Klampe durchgerutscht ist.

– die Positionsleuchte vorne funktioniert nicht mehr. Später stellt sich raus, das das Kabel irgendwo unterbrochen sein muss. Das muss dringend wenigstens provisorisch repariert werden, um nachts von anderen Schiffen besser gesehen werden zu können (sie Positionslampe vorne ist zweifarbig, rot und grün, sodass andere Schiffe daran erkennen können, in welche Richtung das Schiff fährt.)
Für die kaputte Klampe beschaffen wir Ersatz. Der Modeladen um die Ecke hat einige Schiffsartikel, so auch Elektrokabel. Zeitnah wollen wir eine provisorische Lösung für die nicht leuchtende Lampe erstellen. Als Backup für elektronische Systeme werden wir zukünftig wieder papierhafte Karten einsetzen. Die ersten bekommen wir auch im Mode/Segelladen um die Ecke.
Aber wann geht es weiter in Richtung England? Und welche Strecke werden wir nehmen? Das soll spätestens morgen beim Frühstück geklärt werden.