25.5.: Ausruhen in Bridlington

Am morgen schlafen wir erst einmal aus. Anschließend erkunden wir die Stadt.

Hier koexistieren die Segelboote mit den unzähligen Fischtrawlern. Keine einfache Kooperation, da der Hauptfang in Bridlington aus Hummer besteht. Hierzu benutzen die Fischer Körbe, in die die Hummer reinkriechen sollen. Sie werden mit Makrelenfleisch angelockt.

Hummerkörbe und Seile, deren Durchmesser verdächtig dem Seil ähneln, an dem unser Anker fest hing.

Bisher war ich in Berichten davor gewarnt, beim Segeln unter Motor sich mit einem Hummerkorb anzulegen. Oben sind die Körbe mit einem Ball markiert. Wenn das Seil in die Antriebswelle bzw. den Propeller gerät, kann das die Manövrierunfähigkeit des Schiffes bedeuten. Mitunter bleibt einem dann nichts anderes übrig, als per Funk die Küstenwache zu Hilfe zu rufen.

Vor Ostengland ist praktisch die gesamte Küste mit Hummerkörben vermint. Unsere Ankererfahrung hat uns gelehrt, dass nicht nur der sichtbare Teil der Konstruktion für Motorbote und unter Motor laufende Segelboote problematisch ist sondern auch die Unterkonstruktion. Vermutlich verlaufen unter Wasser mit Steinen oder Beton befestigte Seile, an denen vertikal die Hummerkörbe unten befestigt werden.

Also besser nicht mit den Körben anlegen.

Ich habe in Bridlington einen Hummerfischer gefragt, wohin denn der Hummer geliefert wird. Früher war das hauptsächlich Frankreich und Spanien, jetzt auch China und weltweit. Ich will wissen, wo man denn in Bridlington diesen Hummer essen könne. Er runzelt die Stirn. „Try at the harbour restaurant. It’s a good restaurant.“

Das versuchen wir dann auch später. Auf meiner Fischplatte gibt es Lachs und Krabben aus Norwegen, aber keinen Hummer aus Bridlington. Verrückte Welt.

2 Antworten auf „25.5.: Ausruhen in Bridlington“

  1. Danke für den Bericht Papa. Ja wirklich verrückte Welt. Das erinnert mich an ein Erlebnis in Rumänien, wo während der lokale Markt voller frischer regionaler Gemüse nur so überquoll, sobald man aber zu Tesco ging ne Gemüse und Obst aus Spanien zu finden war.

  2. In Bridlinton gibts laut wikipedia noch ältere menschlich-maritime Spuren als in Stexwig. „Die Ursprünge der Besiedlung um Bridlington sind unbekannt, jedoch werden sie bereits in der Antike vermutet. Der nahegelegene Dane’s Dyke ist ein vier Kilometer langer, aus der Bronzezeit stammender künstlicher Deich.[4] Es wird vermutet, dass bereits zu Zeiten der römischen Besatzung ein Ort von größerer Bedeutung existierte. Es wurden Spuren einer Römerstraße sowie römische Münzen in der Stadt entdeckt.[5]“
    Ich wünsche Euch schöne Spaziergänge mit interessanten Entdeckungen.

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